Anhang A 7.5 Schutz vor physischen und umweltbedingten Bedrohungen

(nach ISO/IEC 27001:2022 und ISO/IEC 27002:2022)

Physische und umweltbedingte Bedrohungen wie Feuer, Wasser, extreme Temperaturen, Stromausfälle oder Naturereignisse können erhebliche Auswirkungen auf Informationsverarbeitungssysteme, Informationen und Infrastrukturen haben. Ohne geeignete Schutzmaßnahmen besteht das Risiko von Datenverlust, Systemausfällen oder dauerhaften Schäden. Dieses Control stellt sicher, dass Informationen und Systeme vor physischen und umweltbedingten Bedrohungen angemessen geschützt werden.


Zweck des Controls

A 7.5 soll gewährleisten, dass physische und umweltbedingte Risiken für Informationsverarbeitungseinrichtungen systematisch identifiziert und durch geeignete Maßnahmen reduziert werden. Ziel ist es, die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Informationen zu schützen und die Auswirkungen von Umwelt- und Gefährdungseinflüssen zu minimieren.


Anforderungen und Maßnahmen

1. Identifikation relevanter Bedrohungen

Organisationen müssen physische und umweltbedingte Bedrohungen identifizieren, insbesondere:

  • Feuer, Rauch und Explosionen
  • Wasser, Feuchtigkeit oder Überschwemmungen
  • extreme Temperaturen oder Klimaschwankungen
  • Stromausfälle oder Spannungsschwankungen
  • Naturereignisse oder externe Gefährdungen

Die Identifikation muss risikoorientiert erfolgen.


2. Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen

Geeignete Schutzmaßnahmen müssen umgesetzt werden, zum Beispiel:

  • Brandmelde- und Löschsysteme
  • Klimatisierungs- und Lüftungssysteme
  • Schutz vor Wassereintritt
  • unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)
  • physische Schutzvorrichtungen

Die Maßnahmen müssen dem Schutzbedarf entsprechen.


3. Berücksichtigung von Standort- und Umgebungsfaktoren

Standort- und Umgebungsbedingungen müssen berücksichtigt werden:

  • Lage der Gebäude und Räume
  • bauliche Gegebenheiten
  • Nähe zu Gefahrenquellen
  • infrastrukturelle Abhängigkeiten

Dies unterstützt eine realistische Risikobewertung.


4. Integration in Notfall- und Wiederherstellungsplanung

Der Schutz vor physischen und umweltbedingten Bedrohungen muss in Notfallpläne integriert sein:

  • Abstimmung mit Business-Continuity- und Notfallkonzepten
  • Festlegung von Wiederherstellungsmaßnahmen
  • Schutz von Backup- und Ausweichsystemen
  • regelmäßige Überprüfung der Notfallmaßnahmen

So werden Auswirkungen von Störungen begrenzt.


5. Regelmäßige Wartung und Prüfung

Schutzmaßnahmen müssen regelmäßig überprüft werden:

  • Wartung von Brand- und Alarmsystemen
  • Funktionsprüfungen von USV- und Klimasystemen
  • Überprüfung baulicher Schutzmaßnahmen
  • Dokumentation der Prüfungen
  • Dies stellt eine zuverlässige Funktion sicher.

6. Schulung und Sensibilisierung

Mitarbeitende müssen über Risiken und Schutzmaßnahmen informiert sein:

  • Schulungen zu Notfall- und Sicherheitsmaßnahmen
  • Verhalten bei Brand, Wasser oder Stromausfall
  • Kenntnis von Meldewegen und Zuständigkeiten
  • regelmäßige Auffrischungen

So wird die Reaktionsfähigkeit erhöht.


7. Überwachung und Bewertung von Ereignissen

Physische und umweltbedingte Ereignisse müssen bewertet werden:

  • Erfassung von Störungen oder Beinahe-Ereignissen
  • Bewertung der Auswirkungen auf Informationssicherheit
  • Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen
  • Integration in Incident- und Risikomanagement

Dies unterstützt kontinuierliche Verbesserung.


8. Dokumentation und Integration ins ISMS

Maßnahmen zum Schutz vor Bedrohungen müssen dokumentiert sein:

  • Beschreibung identifizierter Risiken
  • umgesetzte Schutzmaßnahmen
  • Verantwortlichkeiten und Wartungspläne
  • Integration in Risiko- und Sicherheitsprozesse

Die Dokumentation ist wichtig für Audits und Nachvollziehbarkeit.


Zusammenfassung

A 7.5 fordert, dass Organisationen physische und umweltbedingte Bedrohungen systematisch identifizieren und durch geeignete Maßnahmen adressieren. Durch risikoorientierte Schutzmaßnahmen, Berücksichtigung von Standortfaktoren, Integration in Notfallplanung, regelmäßige Wartung sowie Schulung der Mitarbeitenden wird sichergestellt, dass Informationen und Systeme auch bei physischen oder umweltbedingten Ereignissen wirksam geschützt sind. Das Control ist ein zentraler Bestandteil der physischen Sicherheitsmaßnahmen im Informationssicherheitsmanagementsystem.